11. Anwenderkongress Steckverbinder – Schwerpunkt Automotive Connectors

Der 11. Anwenderkongress Steckverbinder findet vom 26. bis 28. Juni 2017 in Würzburg statt und befasst sich unter anderem mit dem Einfluss der Verbindungstechnik auf die moderne Mobilität und Logistik.

Wir fahren heute in rollenden Computern, genannt Autos. Das ist so selbstverständlich wie die Telefonie mit einem mobilen Computer. In modernen Fahrzeugen sind mitunter hunderte Sensoren und Steckverbinder verbaut, die zusammen ein Hochgeschwindigkeitsnetzwerk bilden. Diese Entwicklung wird sich noch beschleunigen, wenn wir erstmal die selbstfahrenden , autonomen Autos haben, die mit anderen Fahrzeugen vernetzt sind und zusammen ein intelligentes Netzwerk mit der Verkehrsinfrastruktur bilden werden. Dazu gehören intelligente Verkehrsleitsysteme und Parkleitsysteme, Ampeln und Verkehrsbrücken, die den Verkehrsfluss steuern werden.


Ziel der intelligenten, elektrischen Automobile sind mehr Sicherheit, mehr Komfort, effizientere Mobilität mit weniger Energieverbrauch und verbessertem Klimaschutz, sowie vor allem die Vermeidung von Unfällen, Verkehrtoten und Verkehrsstaus.

Der 11. Steckverbinderkongress setzt hier Schwerpunkte, u.a. durch die Keynote von Martin Hager (Robert Bosch) und den Plenumsvortrag von Hans-Ulrich Müller (Amphenol APG). Das gesamte Kongressprogramm finden Sie hier.

Bbeispielsweise haben sich Hochgeschwindigkeits-Netzwerke vom CAN-Bus zu Ethernet gewandelt, was wiederum die Steckverbinder-Hersteller fordert, Lösungen für Automotive-Ethernet mit Datenraten von 1 GBit/s und mehr zu entwickeln. Die Signalintegrität ist hier eine enorme Herausforderung für die Hersteller der Bordelektronik und der Bordnetze. Die Produktion der Hardware in großen Mengen bei günstigen Preisen und steigenden technischen Anforderungen sind die erfolgsrelevanten Faktoren.

Weitere Einflüsse kommen von der elektrischen Spannung von Elektroautos, die mit 750 V / 300 A deutlich höher ist als die aktuellen 12-V-Spannungssysteme. Für deren Betrieb sind neue Generationen von gekapselten Leistungssteckverbindern notwendig, inklusive besserer Isolation und einer berührungssicheren Verkabelung.

Eine steigende Anzahl Integrierter Elektronik sowie höhere Stromstärken und Spannungen, der Transport analoger und Klein-Signale mit sehr hohen Geschwindigkeiten in einer elektrisch stark gestörten Umgebung sind weitere Herausforderungen. Das ganze  dann noch im Zusammenspiel mit intelligenten Verkehrsleitsystemen, die ebenfalls robuste Hochgeschwindigkeitsstecker und entsprechende Kabelkonfektionen benötigen.

Alle großen Steckverbinder-Hersteller arbeiten an der nächsten Generation dieser Stecker, darunter (von A-Z) Amphenol, AVX, Delphi, Hirose, Lumberg, Molex, Rosenberger, JAE, JST, Sumitomo, TE Connectivity und Yazak.

eCarTec in München 2015

Auf der Münchner Fachmesse für Elektromobilität, eCarTec präsentierten vom 20. bis 22. Oktober 2015 wieder zahlreiche Hersteller von Autoelektrik und KfZ Stecker innovative Produkte  rund um das Automobil von morgen. Schwerpunkt der eCarTec ist alles rund um Elektro- und Hybrid-Mobilität.



Die Ausstellungsbereiche lauteten unter anderem Powertrain, Bikes, Electric Vehicles und Mobile Concepts. Das Thema laden und speichern war wieder zentrales Thema und wird es wohl auch in den Folgejahren noch bleiben.

Zu den Ausstellern gehörten neben Autofirmen auch Energieunternehmen und Herrsteller von Speichertechnologie.

Zielgruppe der Messen sind neben den Herstellern und Konstrukteuren auch Händler, Designer, Ingenieure und Entwickler von E-Autos. Privatpersonen waren ebenfalls als Besucher der Messe zugelassen. Letztere konnten beim Messebesuch auch schon mal selber ein Elektrofahrzeug fahren, allerdings gab es hier teileweise lange Schlangen vor den Fahrzeugen.

Parallel zur Ausstellungsmesse fand auch ein Fachkongress statt, bei dem der eCarTec Award verliehen wurde. Dieser bayrische Staatspreis für Elektromobilität wird in 4 Kategorien verliehen und ist insgesamt mit 60.000 Euro dotiert.

Diese sind:

  • Eletric Vehicle (Gewinner 2015: Nissan)
  • Energy & Infrastructure / Energy Storage (Gewinner 2015: Bender, Grünberg)
  • Powertrain & Electrics (Gewinner 2015: ZF Friedrichshafen)
  • Sustainable Product & Mobility Concept (Gewinner 2015: Aldi Süd)

Die 9 Mitglieder der Award-Jury bestehen aus Hochkarätern aus der Welt der Elektro- & Hybrid-Mobilität. Alle Gewinner und die Belobigungen in der jeweiligen Kategorie sind auch im eCarTec Award-Yearbook unter http://www.ecartec.com/gewinner-2015/?lang=de gelistet.

Für den Award 2016 kann man sich noch bis zum 31. Juli 2016 bewerben. Die eCarTec 2016 findet vom 18.20. Oktober in der Messe München statt.

Rückblick Steckverbinderkongress 2015

Vom 15. bis 17 Juni 2015 fand der 9. Anwenderkongress für Steckverbinder in Würzburg statt. Über 300 Besucher und 41 Aussteller aus Industrie, Handel und Forschung lauschten gespannt den 18 Vorträgen und besuchten die Workshops, Grundlagenseminare und Postervorträge, um sich über die aktuellen Entwicklungen in der Verbindungstechnik zu informieren.

Als Blog für KfZ Steckverbinder war für mich natürlich der Vortrag von Stephan Kunz von derRosenberger Hochfrequenztechnik GmbH & Co. KG mit am interessantesten. Er widmete sich in seinem Vortrag den Fahrzeugtrends der Zukunft. (genauer Titel „Systemanforderungen und Lösungen für die Fahrzeugtrends der Zukunft“).



Laut Kunz werden zukünftig Datenraten von 10 MBit/s bis 12 GBit/s der Industriestandard im Automotive Sektor sein. Er ging in seinem Vortrag von drei Hauptentwicklungen aus:

  1. Assistenz- und Sicherheitskonzepte
  2. Mobilitätskonzepte
  3. Connectivity und Infotainment

Die Assisistenz- und Sicherheitskonzepte betreffen zum Beispiel Kamerasysteme, Surround View. Die Mobilitätskonzepte beschäftigen sich mit Hybrid- und Elektroantrieben, insbesondere die Optimierung der Antriebstechnik. Die Connectivity und  Infotainment-Konzepte drehten sich um hochauflösende Displays sowie die Steuergerätevernetzung.

Die größte Herausforderung in der Zukunft sieht Kunz in der Integration der Kfz-Steckverbinder in das Bordnetz und der elektrischen Nichtbeeinflussung der Systeme bei Verwenden einer Baukastenstrategie. Die Firma Rosenberger hat mit der Produktpalette MTD, FAKRA und HSD Steckverbinder entwickelt, die die Anforderungen von 10 MBit/s bis 12 GBit/s bereits heute erfüllen.

rosenberger-steckverbinder

Weitere Infos zu den Rosenberger Powersteckverbinder finden Sie unter: http://www.rosenberger.de/de/products/automotive/ropd.php

 

Herausforderungen bei Automobil-Kontaktierungen

In einem weiteren Vortrag zum Thema KfZ Steckverbinder von Bert Bergner von TE Connectivity ging es um „Miniaturisierte Automotive Steckverbinder für 1 GBit/s Ethernet“.

Er ging dabei vor allem auf das Automotive Ethernet als Herausforderung für Kabelbaum und Kontaktierung ein. Nach Prognose von Bergner wird in ca. 3 Jahren (2018) das Ethernet im Automotive-Bereich Einzug gehalten haben. Wenn man  gewisse Verarbeitungsregeln einhält, können auch Standard KfZ-Steckverbinder mit 100 MBit/s Ethernet funktionieren. Ziel sollte aber 1 GBit/s für zukünftige anspruchsvolle Aufgaben sein.

Dafür sind allerdings spezielle, HF-optimierte Konstruktionen der KfZ-Steckverbinder eine notwendige Voraussetzung. Eine Grundlage bilden aber auch nach wie vor  bewährte und miniaturisierte Kontaktsysteme.

Kritisch sieht Bergner dagegen ungeschirmte Systeme.